Am 07. September 2020 wird die absurde Auslieferungsanhörung von Julian Assange für 3-4 Wochen wieder aufgenommen. Sollte er an die USA ausgeliefert werden – wo ihm kein Schutz nach dem „Ersten Verfassungszusatz“ gewährt wird – drohen ihm 175 Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis. Die USA und Großbritannien, unterstützt von Ecuador, Schweden und anderen, versuchen, Assange und WikiLeaks zum Schweigen zu bringen. Ihr Ziel ist es, einen Präzedenzfall zu schaffen, der weltweit die Möglichkeit zur Veröffentlichung von Informationen massiv einschränken wird, welche Regierungen geheim halten wollen, und auch unsere kollektive Fähigkeit, uns auf der Grundlage dieser Informationen zu organisieren und zu handeln.

Der Schauprozess gegen Assange ist der Beginn der beabsichtigten Zerstörung unseres Rechts auf eine freie, unabhängige, scharfsinnige und investigative Presse. Die USA wollen insbesondere die Berichterstattung über die nationale Sicherheit kriminalisieren und im Keim ersticken, ebenso wie Maßnahmen, die Journalisten ergreifen, um ihre Quellen zu schützen. Der Versuch der USA, Journalismus und den öffentlichen Zugang zu Informationen als „Verschwörung zur Spionage“ [1] zu bezeichnen, ist nach demokratischen Standards inakzeptabel, da er das Recht der Öffentlichkeit zerstört, zu erfahren, was Regierungen in ihrem Namen tun.

Die von WikiLeaks veröffentlichten Dokumente, für die Assange angeklagt wird, stellen umfassende Beweise dar für die brutalen Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan [2], die in einer unbestreitbaren, authentischen und durchsuchbaren Form zugänglich sind. WikiLeaks arbeitet so, wie es jeder investigative Journalist im 21. Jahrhundert tun sollte; es schützt seine Quellen und sichert seine Kommunikation bei der Aufdeckung von Regierungslügen und Korruption.

Wie viele internationale Experten, NGOs, Anwälte, Journalisten und UN-Sonderberichterstatter beobachtet haben [3], sind die von WikiLeaks veröffentlichten Dokumente ohne Zweifel von immensem Interesse für die Öffentlichkeit auf der ganzen Welt. Diese Veröffentlichungen haben Assange und WikiLeaks viele globale Auszeichnungen und prestigeträchtige journalistische Preise eingebracht [4].

Es ist jetzt an der Zeit, diesen wesentlichen Teil unserer kollektiven Geschichte zurückzufordern, indem wir Assange, investigative Journalisten und Whistleblower weltweit verteidigen.

Während der Wochen der Anhörung und darüber hinaus [5] werden Gruppen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt alle verfügbaren kreativen Mittel offline und online nutzen, um ihre Solidarität zum Ausdruck zu bringen, diesen absurden Justizbetrug anzuprangern, Julian Assange zu verteidigen und den Schutz journalistischer Quellen zu feiern.

Auf vielerlei humorvolle und einfallsreiche Weise, einschließlich Musik, Aufführungen, Besetzung des öffentlichen Raums sowie Wikis, und durch dezentralisierte Mittel wollen wir alle an unser kollektives Recht und unsere kollektive Pflicht erinnern, die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen, indem wir die Geheimnisse von Regierungen, ihre Lügen und Verbrechen aufdecken.

Die Verfolgung von Assange ist die Verfolgung einer freien, unabhängigen Presse, die Verfolgung von Wahrheit und Gerechtigkeit. Es ist die Verfolgung eines jeden von uns und unserer zukünftigen Fähigkeit, Machtmissbrauch anzuprangern und zu bekämpfen.

Assange zu verteidigen bedeutet, unsere Zukunft zu verteidigen! Wir stehen in Solidarität und organisieren uns überall, um diese Geschichte in die Welt zu tragen. In London, Berlin, Mexiko, Paris, Brisbane, Wien, Oslo, Toronto, Hamburg, Washington DC, Frankfurt, Adelaide, Brüssel, New York City, Rom und anderswo… Macht mit!

Weitere Informationen und Inspirationen über bevorstehende Aktionen und Veranstaltungen auf der ganzen Welt:

Month of Solidarity – September Actions

Weitere Informationen über den Fall:

Defend WikiLeaks

Don’t Extradite Assange Campaign

ChallengePower

Der Krieg gegen den Journalismus – Der Fall Assange in einer 38-minütigen, frei zugänglichen Dokumentation:




[1] siehe die „neue“ Anklageschrift

[2] Bei den Veröffentlichungen, auf die sich die Spionagevorwürfe beziehen, handelt es sich u.a. um das Video „Collateral Murder“ und die „Kriegsprotokolle“ des Irak-Kriegs und des Afghanistan-Kriegs, in denen Zehntausende ungeklärte Todesfälle aufgedeckt werden.

[3] Sie verteidigen Assange und das Recht von WikiLeaks, Geheimnisse aufzudecken

[4] Assanges Auszeichnungen für Journalismus

[5] regelmäßig aktualisierter Kalender mit verschiedenen Veranstaltungen

TERMINE FÜR AKTIONEN IN DEUTSCHLAND:

Berlin: 3., 7., 12., 17., 19. September

7. und 12. September

Brandenburger Tor/ US Botschaft

Zeit: 10.30 – 18.00 Uhr

19. September

Alexanderplatz an der Weltzeituhr

Zeit: 10.30 – 18.00 Uhr

Veranstalter: Free Assange Committee Germany

3. und 17. September

Brandenburger Tor/ US Botschaft

Zeit: 18 – 20 Uhr

Veranstalter: Free Assange Berlin

Cottbus: 4., 7., 14. und 21. September

4. September: 

Ort: Stadthalle Cottbus

Zeit: 16 Uhr

Event auf Facebook


7., 14. und 21. September

Ort: Stadthallenvorplatz, (Berliner Platz 1)

Zeit: 18 Uhr

Veranstalter: Friedenskoordination Cottbus and Attac Cottbus


Flensburg: 2,. 12. und 26. September

2. September 

Ort: An der Holmnixe

Zeit: 11 – 14 Uhr


12. und  26. September

Ort: An der Holmnixe

Zeit: 12 – 15 Uhr

Veranstalter: Das Demokratische Café Flensburg

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Frankfurt: 5 September

Mahnwache mit Performance

Ort: Am Uhrtürmchen – Bornheim Mitte

Zeit: 11 – 14 Uhr

Veranstalter: Free Assange Frankfurt a.M.


“We are Millions” Ausstellung und Diskussion

Ausstellung 1. – 14. September

Podiumsdiskussion am 5. September mit:

Esteban Servat (Gründer von Ecoleaks) und Angela Richter (Theater-Direktorin, Autorin)

Ort: KVFM – Kunstverein Familie Montez e.V., Frankfurt

Zeit: 19 – 21 Uhr  

Veranstalter: DIEM25 und Courage Foundation

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Hamburg: 2., 5., 9., 16. und 23. September

2., 9., 16., 23. September

Ort: Flaggenplatz in Jungfernstieg (Nähe Café Mio)

Zeit: 17 – 19 Uhr

5. September : Demonstration Für Julian Assange

Ort: Gänsemarkt, Hamburg

Zeit: 14.30 Uhr

Veranstalter: Hamburg4Assange

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Stuttgart: 3. September

Ort: Rotebühlplatz (Rolltreppe an der Königstraße)

Zeit: 17- 21 Uhr 

Veranstalter: Stuttgart4Assange


Ulm: 5. September

u.a. Isolationshaft via Virtual Reality Erfahrung

Ort: Herrenkellergasse 11, 89073 Ulm, vor dem Memory-Lab

Zeit: 10 – 14 Uhr 

Veranstalter: Free Assange Ulm

Weitere Informationen:

ChallengePower

www.freeAssange.eu